DAIM “ID“ 09.12. 2007 – 13.01.2008
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1971 in Lüneburg geboren. Lebt in Hamburg.
Studium der freien Kunst an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern / Schweiz
Der technisch brillante wie formal komplexe 3-D-Style ist das Markenzeichen von DAIM.
Die Buchstaben erhalten dadurch etwas greifbares, etwas, dass sie aus ihrer Zweidimensionalität heraus – und hinein in unsere dreidimensional erfahrbare Welt rückt. Sie suggerieren nämlich, eine Dimension weiter zu sein, als die, der sie tatsächlich angehören, sie drängen, sie streben nach mehr, wollen Teil der dynamischen Welt sein, und wie zum Trotz führen sie uns ihr übermächtiges Können vor, indem sie sich in einem farblichen Fantasieraum verschlingen, verschachteln, umlegen, zerhackt aneinanderschmiegen, mit Pfeilsystemen (die aus dem Bild hinaus zurück in die “wirkliche” Welt weisen) verbinden, indem sie in die Tiefe des Raumes hinein- und aus ihr wieder hinausmorphen, sich zwischen zwei Fluchtpunkte spannen, indem sie zerfallen, zersprengen, zerfetzen, zersplittern, ja regelrecht zerspritzen – bedeuten die vier Buchstaben D A I M plötzlich eine Abweichung zum normalen, mit strengen Konventionen ausgestatteten Schriftbild, welches sich ja doch eher – den Gesetzmäßigkeiten der guten Lesbarkeit folgend – auf die ruhenden Gleichförmigkeiten seiner Formen stützt.
Das Programm von DAIM beinhaltet sowohl die Konstruktion wie auch die Dekonstruktion eines Wortes – irgendwo im Pulsschlag zwischen Einbrennen und Auslöschen taucht es aus einer synästhetischen Sphäre auf! Und offenbart: Dass es aus dem Nichts entstanden ist und dorthin auch wieder zu entschwinden droht. Wir sehen in einem DAIM-Graffiti das Standbild einer Wortformation, die im Begriff scheint, sich ständig zu verändern, sich dem Zugriff zu entziehen, die auf der Flucht ist, sich nicht greifen lassen und damit also frei, d.h. souverän bleiben will.
Mit jedem neuen DAIM-Piece nimmt Mirko Reisser die Welt ein Stück mehr in Besitz; und mit jedem neuen DAIM-Piece nimmt die Welt Mirko Reisser ein Stück mehr in Besitz. “Den Charakter der Buchstaben formen und seinen eigenen dabei entdecken” lautet sein Diktum. Der Charakter der Buchstaben bleibt dabei eine variable, abstruse, kurz: ambivalente (und damit subversive) Größe. Zwischen Konstruktion und Dekonstruktion, zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, zwischen Formkomplizierung und Inhaltsvereinfachung, zwischen Hermetik und Kommunikationsangebot offenbart sich in Mirko Reissers Graffiti-Arbeiten der unfassbare Weltgraben – den zu überwinden der Betrachter zusehends mehr ins Grätschen gerät.
Einzelausstellungen
2007
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ID, Kunstverein Buchholz, Buchholz
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tapingDAIM, REINKINGPROJEKTEraum, Hamburg
Gruppenausstellungen (Auswahl)
2007
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Walls, Fondazione Bevilacqua La Masa, Venedig / Italien
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Wakin Up Nights, de Pury & Luxembourg, Zürich / Schweiz
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We are the people who are darker than blue, Stilwerk, Hamburg
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Still on and non the wiser, von-der-Heydt Museum, Kunsthalle Barmen, Wuppertal
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Aktive Konstellationen, Haus der Kunst der Stadt Brünn / Tschechische Republik
2006
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coming soon…, Projektraum Blashofer, Berlin
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modern06, Residenz München
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What would I be without you…, City Gallery Prague
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sculpture@CityNord, Hamburg
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Minimal Illusions – Arbeiten mit der Sammlung Rik Reinking, Villa Merkel, Esslingen
2005
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Schon vergeben – Sammlung Rik Reinking, Art Cologne
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getting-up, Galerie K31, Lahr
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Smell of paint in the air, Westwendischer Kunstverein Gartow
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Passion des Sammelns, Sammlung Federkiel, Sammlung Reinking, Alte Baumwollspinnerei Halle 14, Leipzig
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Smell of paint in the air, Kampnagel, Halle K3, Hamburg
2004
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Gezeichnet Graffiti, Kunsthalle des Kunstvereins, Darmstadt
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2003
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still crazy, Galerie Worldatelier im Klingspor Museum, Offenbach am Main
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Young primitives, Groninge Museum, Brügge / Belgien
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2002
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getting-up, FREIRAUM, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg
2001
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Graffiti Art Oggi, Art Contemporanea Hirmer, Castello di Meleto, Chianti / Italien
2000
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Z 2000 – Positionen junger Kunst und Kultur, Akademie der Künste Berlin
1991 – 1999
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Aufstand der Zeichen, Toskanische Säulenhalle, Augsburg
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A Tribute to Style, Kallmann Museum, München
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Narren Hände…, Altonaer Museum, Hamburg
2 von 2 Seiten | Mirko Reisser (DAIM) – Kurzbiografie
